10. August 2018

Das Ding mit der Rechtschreibung… Teil 2

Welche Rechtschreibfehler du beim Texten für deine Website vermeiden solltest

In diesem Artikel: Groß- oder Kleinschreibung?

Wie in dem Artikel „Ist Rechtschreibung wichtig für meine Website?“ angekündigt, werde ich dir in dieser kleinen Reihe von Artikeln erklären, wie du die häufigsten Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler vermeiden kannst.

Letzte Woche habe ich die ewige Frage nach das oder dass beantwortet und wo dabei das Komma hingehört.

Machst du einen bestimmten Fehler immer wieder? Schreib mir doch einen Kommentar! Vielleicht habe ich einen Tipp für dich, wie du ihn beim nächsten Mal vermeidest.

 

GROß oder klein, das ist hier die Frage!

Das alte Leid mit der Groß- und Kleinschreibung…

Dabei weißt du bestimmt noch aus der Grundschule: Namen und Nomen werden groß geschrieben.

Das mit den Namen ist eigentlich nie das Problem, das mit den Nomen jedoch immer häufiger.

Aber bevor wir dazu kommen, was es mit dem Problem um die Nomen auf sich hat, hier eine Liste von Wörtern/Wortarten, die ebenfalls groß geschrieben werden:

 

Namen

Hierzu gehören: Vornamen, Nachnamen, Spitznamen, Titel

 

Eigennamen

Hierzu gehören: Eigennamen von Ländern/Städten/etc., Markennamen wie z.B. Reebok, Firmennamen oder andere Eigennamen wie z.B.: Kölner Philharmonie (hier ist „Kölner“ teil des Namens und wir deshalb, obwohl es natürlich ein Adjektiv ist, groß geschrieben), Achtung: ausgenommen sind Eigennamen, welche ausdrücklich klein geschrieben werden, z.B.: adidas

 

Satzanfänge

Dazu gehören auch die Satzanfänge, die nach einem Doppelpunkt beginnen.

 

Anrede in der Höflichkeitsform

Nicht nur das altbekannte „Sie“ wird großgeschrieben, sondern auch alle Anpassungen des Wortes.

Achtung! Das höfliche „Sie“ nicht mit dem Personalpronomen „sie“ (sowohl 3. Person, Singular: sie, das Mädchen; also auch 3. Person Plural: sie, die Menschen) und das höfliche „Ihr/e“ nicht mit dem Possessivpronomen „ihr/e“ (z.B. 3. Person Singular: Das ist ihr Buch.) verwechseln, siehe Beispiel.

Beispiel 1: Ich wünsche Ihnen, dass Sie noch ein langes Leben vor sich haben und nach Ihnen Ihre Kinder und Enkelkinder. Ich hoffe, dass sie noch viel Zeit mit ihrer Oma verbringen können.

–> Der Sprecher wünscht den Enkeln, dass sie noch viel Zeit mit ihrer Oma, der angesprochenen Person, verbringen können.

Im ersten Satz sind die Höflichkeitsformen groß geschrieben, im zweiten Satz ist das Personalpronomen „sie“ und das Possessivpronomen „ihre“ klein geschrieben, da hier die Enkel gemeint sind.

 

Beispiel 2: Ich wünsche Ihnen, dass Sie noch ein langes Leben vor sich haben und nach Ihnen Ihre Kinder und Enkelkinder. Ich hoffe, dass Sie noch viel Zeit mit Ihrer Oma verbringen können.

–> Der Sprecher wünscht der angesprochenen Person, dass sie noch viel Zeit mit ihrer Oma verbringen kann.

Da hier in beiden Sätzen die angesprochene Person gemeint ist, welche durch den Sprecher gesiezt wird, werden alle Pronomen aufgrund der Höflichkeitsform groß geschrieben.

 

Nun zu den Nomen

Hier kannst du im Zweifelsfall eigentlich immer eine einfache Probe machen: Besitzt das Wort, bei dessen Rechtschreibung ich mir nicht sicher bin, einen Artikel (d.h. der/die/das)?

Wenn ja, ist es ein Nomen, wenn nicht, ist es keines. Warum haben es manche Menschen also so schwer mit den Nomen?

Häufig liegt das Problem bei den Nominalisierungen.

Nominalisierungen sind Nomen, die aus einem Verb oder Adjektiv entstanden sind.

 

Beispiel – Verb: laufen – der Lauf, anpassen – die Anpassung, kommen – das Kommen

–> „Du kannst kommen.“ vs „Ich danke Ihnen für Ihr Kommen.“

 

Beispiel – Adjektiv: gut – das Gute, häufig – die Häufigkeit, fern – die Ferne

–> „Wir schauten fern.“ vs „Wir schauten in die Ferne.“

 

Da z.B. das Adjektiv „gut“ in angepasster Form auch als „gute“ vorkommen kann, kommt es hier zur Verwirrungen:

 

Beispiel 1: Ich wünsche dir eine gute Woche.

Beispiel 2: Ich wünsche dir alles Gute!

 

Eine Hilfestellung kann sein, dass ein Adjektiv so gut wie immer mit dem Nomen zusammensteht, auf das es sich bezieht, in Beispiel 1 bezieht sich „gute“ auf „Woche“. In Beispiel 2 steht „Gute“ allein.

Wenn du dir also unsicher bist, ob dein Wort einen Artikel besitzt oder nicht, überleg dir, ob dein Wort ein Verb (Tätigkeitswort, z.B. gehen) oder ein Adjektiv (Eigenschaftswort, z.B. groß) ist oder eine Nominalisierung.

 

Der Trick mit den Endungen

Wenn alle Stricke reißen, schau dir die Endung deines Wortes an. Nominalisierungen haben häufig eine dieser Endungen: -heit, -keit, -ung, -schaft, -tum, -nis oder -sal:

schön – Schönheit, haltbar – Haltbarkeit, verbessern – Verbesserung, gefangen – Gefangenschaft, reich – Reichtum, verhalten – Verhältnis, schicken – Schicksal

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen, welche Wörter groß geschrieben werden und was es mit den Nomen und Nominalisierungen auf sich hat.

Rechtschreibfehler bei der Groß- und Kleinschreibung kommen sehr häufig vor, doch mit ein bisschen Übung, etwas Nachdenken, einem guten Rechtschreibprogramm und dem Duden auf deiner Seite, werden diese Fehler auf deiner Website demnächst nie wieder auftauchen. 😉

 

Viel Erfolg beim Umsetzen!
Nils

 

 

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