30. August 2020

Unternehmensführung: Der richtige Umgang mit Fehlern

Das Wort failure ist durchgestrichen und das Wort

So etablierst du eine gesunde Fehlerkultur in deinem Unternehmen

Jedem passieren einmal Fehler, egal ob Mitarbeiter oder Führungskraft. Entscheidend ist dabei, was aus den Fehlern gemacht wird. Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du mit der richtigen Fehlerkultur dein Unternehmen voranbringst und aus Rückschlägen Chancen machst.

Irren ist menschlich

Das wissen wir auf rationaler Ebene auch. Trotzdem ist das nicht der erste Gedanke, der uns durch den Kopf geht, wenn uns gerade ein Fehler unterlaufen ist. Die sind vor allem eines: Unangenehm. Eine Kombination aus Scham, Schuld, dem Gefühl von eigener Unzulänglichkeit und den folgenden Selbstvorwürfen, kann uns und anderen ganz schön den Tag vermiesen.

Das hat natürlich dazu geführt, dass Fehler gerne tabuisiert werden. Zu einem gewissen Grad ist das auch verständlich. Es gibt sicher angenehmeres, als Fehler einzugestehen. Für ein Unternehmen ist es allerdings wichtig, dass Fehler offen angesprochen und besprochen werden.

Wie wird bisher mit Fehlern umgegangen?

Um etwas verändern zu können ist es wichtig, dass du dir einen Überblick verschaffst.

  • Wie sieht die Fehlerkultur in meinem Unternehmen aus?
  • Wie gehen Mitarbeiter mit Fehlern um?
  • Wie gehe ich selber mit Fehlern um?
  • Was wird als Fehler wahrgenommen und was nicht?
  • Welche Fehler sind bereits vorgekommen und welche Konsequenzen gab es?
  • Konnte aus den Fehlern gelernt werden?
  • Sind ähnliche Fehler noch einmal vorgekommen?

Um brauchbare Antworten auf diese Fragen zu erhalten, ist es wichtig, dass du einmal dein eigenes Verhalten genau unter die Lupe nimmst und auswertest, aber vor allem auch das Gespräch mit deinen Mitarbeitern suchst.

Klar, es ist unangenehm dieses Thema anzusprechen, besonders, wenn es um Fehler in der Vergangenheit geht. Niemand reißt sich darum, alte Missgeschicke wieder auszupacken und sich noch einmal mit diesen zu beschäftigen.
Für die besten Ergebnisse ist es aber wichtig, auszuwerten, was der Status Quo in deinem Unternehmen ist.

Dabei solltest du natürlich mit gewissem Feingefühl vorgehen. Nimm dir Zeit für deine Mitarbeiter und suche den persönlichen Dialog und höre ihnen gut zu. Sei offen und ehrlich mit ihnen. Dazu gehört auch, dass du mit ihnen über deine eigenen Fehler sprichst. Das zeigt nicht nur Stärke sondern macht dich auch gleichzeitig viel nahbarer.

Besonders wichtig ist, dass deine Mitarbeiter sich respektiert und ernstgenommen fühlen. Ansonsten wirst du wahrscheinlich wenig brauchbare Aussagen erhalten.

Welche Strategie passt am besten zu deinem Business?

Nimm den Fehlern die emotionale Schwere

Wie schon im ersten Abschnitt angesprochen, haben Fehler eine miese Eigenschaft. Sie verunsichern uns und sind in der Regel ein Schlag gegen unser Selbstwertgefühl. Wir schämen uns, fühlen uns schuldig und machen uns Vorwürfe.

Allerdings sind das Emotionen, die uns eher passiv als aktiv machen. Abschalten kann man diese Gefühle nicht und das soll auch nicht das Ziel sein. Es geht vielmehr darum, den persönlichen Fokus von diesen Gefühlen wegzulenken und Fehler in etwas Produktives zu verwandeln. Das geht mit Lösungsorientiertheit und kann geübt werden. Je schneller wir es nämlich schaffen, uns von den niederdrückenden Emotionen wegzubewegen, desto eher können wir uns Fehler verzeihen und an einer Wiedergutmachung arbeiten.

Als Führungskraft kannst du dabei helfen, das zu trainieren, indem du zum Eingestehen von Fehlern ermutigst und darauf rational und bedacht reagierst. Ohnehin bist du ja nicht nur Manager auf organisatorischer Ebene. Du bist gleichzeitig Vorbild für deine Mitarbeiter. Gehe also stets mit gutem Beispiel voran, wenn es um den Umgang mit Fehlern geht. Gestehe deine Fehler ein und kommuniziere offen, was schiefgelaufen ist.

Fehler nicht zu ernst nehmen

Eine gute Möglichkeit, die anfänglichen emotionalen Schwierigkeiten nach einem Missgeschick oder Fehlverhalten zu lindern, ist mit Humor. Das sorgt für die nötige Gelassenheit, um im Anschluss mit klarem Kopf an die Sache heranzugehen.

Das heißt aber natürlich nicht, dass Fehler gar nicht ernstgenommen werden sollten.

Auch sollte das nicht dazu führen, dass Fehler unnötig beschönigt werden oder gar nicht erst als solche wahrgenommen werden. Um sie als Chance zu nutzen und aus ihnen lernen zu können, sollte trotz gelassener Haltung analysiert werden, was schiefgelaufen ist und wie sich das in Zukunft verhindern lässt.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Nils

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