16. Oktober 2019

Wie du deine Message verbreitest – Teil 1


Erschaffe Inhalte und Ideen, die weiterverbreitet werden wollen


Im meiner letzten Blogreihe ging es darum, wie du über dein Unternehmen oder dein Produkt sprechen kannst, um Menschen mit deiner Message besser zu erreichen.

In dieser Reihe möchte ich dir zeigen, wie du es schaffst, dass andere Menschen über dein Unternehmen, dein Produkt oder deine Idee sprechen.



Was setzt sich durch?

  • Warum gehen bestimmte Videos, Bilder oder Geschichten „viral“?
  • Aus welchem Grund halten sich manche Gerüchte hartnäckiger als andere?
  • Was macht Geschichten ansteckend oder leichter zu vergessen?
  • Und wie kannst du diese Erkenntnisse nutzen?



Warum setzen sich bestimmte Produkte oder Ideen so viel besser durch als andere? Wieso gehen andere einfach unter?


Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Einer dieser Gründe ist, dass bestimmte Produkte besser sind als andere.

Warum nutzt heutzutage quasi niemand mehr Röhrenbildschirme oder -fernseher? Simpel: Flachbildschirme sind schlichtweg besser. Man braucht keinen Gabelstapler, um diese von einem Zimmer ins andere zu transportieren, sie nehmen weniger Platz weg, sind ökonomischer und ermöglichen unkompliziert größere Bildschirmdiagonalen.

Kurz: Sie sind einfach besser.

Ein weiterer Grund ist, dass Leute gerne weniger bezahlen. Wenn zwei sich sehr ähnliche Produkte auf dem Markt gegenüberstehen, dann tendieren Menschen dazu, eher das billigere Produkt zu kaufen, sofern es keine andere Motivation zum Kauf des teureren Produktes gibt.

Werbung spielt natürlich auch eine Rolle. Damit Leute etwas kaufen können, müssen Sie überhaupt erst wissen, dass es das Produkt gibt. Ein Produkt mehr zu bewerben, sollte also auch die Verkäufe ankurbeln. Firmen denken also häufig, dass je mehr sie für Werbung ausgeben, desto größer auch die Anzahl der Menschen, die vom Produkt hören. Und desto höher letztlich auch die Verkäufe.

Das trifft natürlich auch bis zu einem gewissen Grad zu. Es ist aber bei weitem nicht alles!



Die Rolle von Onlinewerbung


In unserer digitalisierten Gegenwart gibt es unzählige Kanäle, über welche wir mit Werbung erreicht werden können. Es gibt diverse Social-Media-Plattformen, News- und Unterhaltungswebseiten, auf denen wir viel Zeit verbringen. Da erscheint es erst einmal nur logisch, die Gelegenheit zu nutzen und über diese Kanäle gezielt zu werben.

Der Nachteil bei Werbung ist allerdings die Voreingenommenheit des Werbenden. Er bietet sein eigenes Produkt an. Natürlich wird er erzählen, dass es das beste Produkt auf dem Markt ist. Werbung ist also ein toller Weg, um über ein Produkt zu informieren und darauf aufmerksam zu machen. Die wahren Umsatz- und Conversion-Generatoren sind allerdings die Kunden selber!

Viele Unternehmen erhoffen sich dabei, dass wenn sie ihre Produkte oder produktbezogene Inhalte online teilen und anpreisen, sie sich wie ein Lauffeuer über die verschiedensten Plattformen und Netzwerke verbreiten werden und die Menschen darüber sprechen.

Tatsächlich ist es aber so, dass nur ein sehr kleiner Teil der alltäglichen Kommunikation über das Internet passiert.

Natürlich: Theoretisch lassen sich über das Internet mit nur einem einzigen Klick Millionen von Menschen gleichzeitig erreichen. Allerdings ist die Masse an Informationen so groß, dass das meiste einfach untergeht, nicht gesehen wird oder nach kurzer Zeit durch die nächste Neuigkeit ersetzt wird.

Der effektivste Kanal, um Inhalte zu verbreiten, ist immer noch die persönliche Kommunikation.



Welchem Wort vertrauen wir?


Wir erzählen unseren Freunden von dem tollen Restaurant, in dem wir essen waren. Wir schwärmen vor unseren Kollegen vom letzten Traumurlaub oder berichten begeistert davon, wie uns ein neuer Stromanbieter geholfen hat, viel Geld zu sparen.

(Und auf die Einschätzungen unserer Freunde, Familie und Kollegen hören wir sicher mehr als auf die Werbeversprechen von Unternehmen.)

Dabei gibt quasi unendlich viele Themen, über die wir reden könnten. Warum entscheiden wir uns gerade für diese?



Smalltalk ist gar nicht so small


Wenn wir uns mit Menschen unterhalten, dann dient das nicht ausschließlich nur dem reinen Austausch von Inhalten oder Informationen. Meistens steckt noch etwas mehr dahinter.

Es hängt natürlich von der Beziehung zu unserem Gesprächspartner ab, über welches Thema wir sprechen wollen. In meisten Fällen sprechen wir aber lieber von etwas, was uns klüger, kompetenter, oder in einem guten Licht erscheinen lässt. Dinge, die uns aus irgendeinem Grund hervorheben oder uns zu Insidern machen.

Besonders mit den Menschen, denen wir näher stehen, teilen wir Informationen, die einen praktischen Mehrwert haben. Informationen, die ihnen beim Zeit- oder Geldsparen helfen. Empfehlungen, in einen guten Film zu gehen oder ein bestimmtes Fitnessstudio auszuprobieren.

Das gilt auch in Bezug auf Emotionen. Im alltäglichen Smalltalk erzählen wir lieber Sachen, die gute Gefühle vermitteln, als schlechte. Denn wenn wir Sachen erzählen, die bei unseren Gesprächspartnern gute Gefühle auslösen, dann hört man uns eher zu und wir werden lieber gemocht.

In diese Kommunikationsmechanismen kannst du dich mit deiner Message einklinken. Wenn du dich an diesen Grundlagen orientierst, kannst du Inhalte erschaffen, die die Menschen lieber weitererzählen als andere Inhalte.

Auf welche Details und weiteren Aspekte du dafür achten musst, werde ich in den nächsten Teilen dieser Blogreihe etwas näher beleuchten.



Spitze die Ohren


Versuche doch einfach mal, im Alltag die Ohren aufzumachen und genau hinzuhören, worüber gesprochen wird. Was erzählst du? Was erzählen dir deine Freunde, Kollegen und Verwandten?

Entwickle ein Gefühl dafür und stelle dir vor, wie dein Unternehmen, Produkt oder deine Idee in einem solchen Gespräch wirkt.


Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und Beobachten!

Nils



Lesetipp:




Quelle:

Jonah Berger: Contagious. How to Build Word of Mouth in the Digital Age. Simon & Schuster UK Ltd, 2014 London, S. 4 – 21

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